Sonntag, 19. August 2012

Michael Schober, Regina Schwarz - Wer macht "Muh": Schwein oder Kuh?


Wieder mal ein schönes Pappbilderbuch für die Kleinsten.

Auf jeder Seite dieses Pappbilderbuchs ertönt ein anderer Tierlaut, wenn man den Schieber herauszieht. Kuh, Katze, Schwein und Hund sind hier zu entdecken. Ein lustiger Hör- und Rate-Spaß für alle Kinder, die den Bauernhof auch mal hören und nicht nur sehen möchten. Fünf mal gibt es hier echte Tiergeräusche, empfohlen wird das Büchlein ab 18 Monaten. 

Hier kann man den Ravensburger-Verlag wirklich loben. Die Zeichnungen sind klar und deutlich, die Geräusche aus dem Tonmodul auch klar den einzelnen Tieren zuordbar und auch erkennbar. Klingen alle durchwegs realistisch. Hätte ich als kleine Junge so ein Büchlein gehabt, ich hätte es wohl nicht mehr aus der Hand gelegt und mich stundenlang damit amüsiert. So muss man halt auf Nachwuchs warten, damit dieser in den Genuss von Büchern mit Untermalung von Tierlauten kommen kann. 

8/10

Ravensburger; 2012; 14,99 € 

Mittwoch, 15. August 2012

George Saunders - I CAN SPEAK!


George Saunders, ein Autor, der sich mit "I CAN SPEAK!" in der Zukunft bewegt. Warum nicht, der Klappentext ließ zumindest Hoffnung aufkommen: Als Philip K. Dick einst fragte, ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, hätte niemand gedacht, dass George Saunders eines Tages darauf Antwort geben würde.

Vorneweg, diese Antwort findet man leider trotzdem nicht im Buch. Dafür findet der geneigte Leser einige Erzählungen über ein Utopia der etwas anderen Art. Eltern kaufen ihren Babys computergesteuerte Sprachmasken, Hologramme mit individualisierten Werbebotschaften verfolgen ahnungslose Spaziergänger und Kinder werden in Trainingslagern zu Trendscouts ausgebildet. Doch dies sind nur ein paar Beispiele der knapp 20 Geschichten in diesem Buch.

Oha, Kurzgeschichten. Vielleicht sollte ich mir ein Buch genauer anschauen und nicht einfach kurz die Beschreibung auf der Rückseite durchlesen und es einfach kaufen. Da ich merkwürdigerweise einen Roman erwartet hatte, wurde ich ein bisschen enttäuscht. Einige der Geschichten sind gut, einige schlecht, ein paar verstörend und ein paar hochgradig verwirrend. In fast allen wird der Konsumwahn angekreidet, was mir durchaus gefallen hat. Doch sprachlich und auch von der Ausführung und Erzählweise waren nicht alle Geschichten wirklich gut. Eher etwas für Fans. Somit auch das erste Buch aus dem Liebeskind-Verlag das mir nicht gefallen hat. Ich hoffe die Zukunft hält keine weiteren Enttäuschungen bereit.

4/10

Liebeskind; 2012; 18,90€

Samstag, 11. August 2012

George R.R. Martin - Die Saat des goldenen Löwen


Schon lange nichts mehr von der absolut großartigen Saga "Das Lied von Feuer und Eis" gelesen. Zeit dafür, endlich damit weiterzumachen. "Die Saat des goldenen Löwen" ist der 4. Band dieser Reihe.

Das Reich Westeros ist immer noch vom Krieg bedroht. Könige über Könige tun sich auf und alle versuchen den eisernen Thron zu erobern. Der junge, zugleich aber auch grausame Köngi Joffrey Baratheon hält die beiden Stark-Schwestern Sansa und Arya als Geiseln, um den König des Nordens, Robb Stark, zur Treue zu zwingen. Während Sansa versucht, sich der Situation anzupassen und das beste aus ihr zu machen, entscheidet sich Arya zur Flucht.

Die lange Pause tat nicht gut. Bis ich mich wieder an alle Familienverhältnisse und Loyalitätsbekundungen in den einzelnen "Königs"-Häusern gewöhnt habe, hat es eine Weile gedauert. Dafür sind die Bücher aber an Spannung und Action nicht zu überbieten. Der bisher beste Teil für mich, der nach den ersten drei Teilen nur die Bestnote verdienen kann. Grandiose Erzählkunst, die mich immer und immer wieder in ihren Bann zieht und mich bis spät in die Nacht ans Buch fesselt. Einzig vom Schlaf übermannt, vermag man mit dieser Geschichte aufzuhören. Wer sie noch nicht kennt, der sollte mit dieser Saga sofort anfangen!

10/10

Blanvalet; 2000; vergriffen

Dienstag, 7. August 2012

Michael Peinkofer - Splitterwelten


Nachdem mich der letzte Peinkofer "Das Buch von Ascalon" doch durchaus zu begeistern wusste, musste jetzt der neueste Fantasy-Schinken herhalten. "Splitterwelten" ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie des Kemptener Autors.

Gildenmeisterinnen bewahren den ständig bedrohten Frieden auf den einzelnen Inseln der Splitterwelt. Dort beherrschen die Menschen ihrer Meinung nach, die niederen Lebewesen: Chimären und Animale. Doch die Anzeichen einer Revolte mehren sich. Immer öfter werden Menschen angegriffen. Die Gildenschülerin Kalliope und ihre Meisterin Cedara müssen sich auf eine Mission begeben, die sie zu den gefährlichsten Geheimnissen der zersplitterten Welt führen wird. Denn alle Zeichen deuten auf den drohenden Weltuntergang hin...

Ich hasse es, wenn ein Buch an der spannendsten Stelle aufhört und sich der Nachfolger noch nicht einmal abzeichnet. So gut wie die Geschichte sein mag, so kreativ und fesselnd, genauso nervig ist es, über ein Jahr warten zu müssen, bis man den Nachfolger lesen kann. Nichtsdestotrotz werde ich darauf warten, denn der 1. Band dieser Reihe konnte mich ziemlich überzeugen. Ich hoffe, ich kann mich bis dahin noch halbwegs an den Inhalt erinnern. Was man noch positiv erwähnen muss, die durchaus vielfältige Darstellung der Charaktere. Klar, man hat sich ordentlich im Tierreich bedient, aber diese Figuren passen einfach auch zu dem Verhalten der einzelnen Protagonisten. Gerade mit den Zeichnungen kann man sich so sehr schön in die Geschichte hineinfühlen.

7/10

Piper; 2012; 16,99 €

Donnerstag, 2. August 2012

Jürgen Roth - Gazprom - Das unheimliche Imperium


Jürgen Roth, ein Autor der regelmäßig Aufsehen erregt. Mit "Gazprom - Das unheimliche Imperium" legt er seine aktuellste Reportage vor, die schonungslos offen über das System des Gas-Riesen berichtet.

National wie international ist der Name Gazprom mit Korruption, Erpressung, Geldwäsche und Kapitalsteuerflucht verbunden. Kein anderes Unternehmen hat weltweit so viel Macht und Einfluss, auch dank gewisser "Freunde" des mächtigsten Mannes Russlands, Wladimir Putin. Doch welche Rolle spielt Putin genau? Wer sind die Drahtzieher bei Gazprom, und welche Verbindungen haben sie nach Europa und Deutschland? Welche Netzwerke beherrschen Gazprom, und warum kuschen die europäischen Regierungen? Jürgen Roth deckt die Verbindungen auf und zeigt, dass sich hinter dem Imperium insbesondere Schweizer Unternehmen verbergen und wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder mit einigen Parteifreunden weltweit Politik macht im Sinne seines Freundes Putin, den er einst zum "lupenreinen Demokraten" kürte. Jürgen Roth hat Insider getroffen, die erstmals bereit sind, über die Machenschaften des Imperiums auszupacken. Denn es ist auch mitverantwortlich dafür, dass Meinungsfreiheit in Russland unterdrückt wird und es dort keine demokratische Kultur gibt. Das stört anscheinend weder Geschäftspartner noch Regierungen, schließlich kann das Imperium uns alle erpressen: Denn wer nicht spurt, dem wird der Gashahn zugedreht.

Wenn auch nur 50% seiner Behauptungen stimmen, dann ist es schon erschreckend genug. Diese Macht, die dieser Konzern angehäuft hat, überall in Verbindung zu mächtigen Staatsführungskräften und damit verbunden auch die gewaltigen Korruptionsvorwürfe, man mag den Glauben an die Menschheit verlieren. Geldgeile und machthungrige Menschen, wohin man auch blickt. Vielleicht aber auch in unserer Welt nicht allzu schockierend. Interessant sind vorallem die Verbindungen der einzelnen Konzerne untereinander und die Freundschaften der einzelnen Führungskräfte, bzw. wer da wen ins Amt eingesetzt hat.

6/10

Westend; 2012; 19,99 €

Dienstag, 24. Juli 2012

Interview mit André Pilz

Wer schon immer mal wissen wollte, was in den Köpfen von Autoren vor sich geht, der kann gerne mal bei einem, im Namen meines Arbeitgebers geführtem, Interview von mir mit dem österreichischen Autor André Pilz vorbeischauen.

Einfach HIER klicken!

Die Besprechungen zu seinen bisherigen Bücher könnt ihr natürlich auch auf dem Blog nachlesen!

Bataillon d'Amour  -  Man Down  -  No Llores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz


Dienstag, 17. Juli 2012

Joe Hill - Locke & Key - 02: Psychospiele


Nach der Ankündigung in der letzten Besprechung von Band 01, musste ich natürlich weiterlesen. "Psychospiele" wird der 2. Teil dieser Horrorgeschichte betitelt, der in gewohnt schickem Outfit daher kommt.

Eine neue Tür und ein neuer Schlüssel in diesem unheimlichen Haus. Der kleine Bode Locke kann sich dem Geheimnis umd den Kopfschlüssel nicht entziehen. Währenddessen beginnen im Hintergrund der bisherigen grausigen Geschehnisse schon ganz andere Psychospielchen. Die Schwester und der Bruder Bodes, Kinsey und Taylor, werden mit Zack Wells in ein düsteres Geheimnis hineingezogen.

Eigentlich besser als der 1. Teil. Die Story entwickelt sich gut, weiter hin zu den erwachseneren Charakteren, die nach dem Tod des Vaters Verantwortung und Fürsorge entwickeln müssen. Auch die alkoholkranke Mutter braucht Pflege. Man kann richtig mit den Figuren mitfühlen. Einzig schade ist immer die Länge der Comics. Klar, andere Comics sind von der Seitenanzahl auch nicht ausführlicher, aber das hier liest sich einfach so spannend, dass man leider viel zu schnell durch ist.

9/10

Panini; 2010; 16,95 €

Montag, 16. Juli 2012

Robert Low - Die Eingeschworenen - Raubzug


Bernard Cornwell lässt mit seiner Uhtred-Saga ziemlich auf sich warten. Als kurzfristige Lösung meiner Wikinger-Manie wurde nun Robert Low mit seinen "Eingeschworenen" ausprobiert.

Eine Mannschaft von Wikingern, genannt "Die Eingeschworenen" plündert, kämpft und geht auf Schatzjagd. Sie stehlen christliche Artefakte, ihre Welt ist geprägt von Brutaliät und dem gnadenlosen Kampf ums Überleben. Orm, ein junger Wikinger, begibt sich durch eine schicksalshafte Begegnung mit auf eine Reise von gewaltigen Ausmaßen, die bis nach Sibirien führt. Die Suche nach einem längst verschollenem Schwert beginnt...

Ich muss sagen, grundsolide. Spannende Geschichte, gute Figuren, realistische Darstellungsweise. Weitaus mehr Wikingertum steht hier im direkten Vergleich zu Cornwell im Vordergrund, viel mehr Seereisen und mehr Raubzüge. Einzig kritikwürdig, die Hauptfigur hat trotz ihres noch jungen Alters ziemlich viele Kenntnisse, die in der damaligen Zeit nur sehr schwer erlernbar waren. Auch taucht kurzfristig schnell so eine Fähigkeit auf, wenn eine schnelle Lösung für die nächste Situation gefragt ist. Band 2 wird besorgt, kurzweilige, gute Unterhaltung wird hier auf jeden Fall geboten.

7/10

Heyne; 2011; 8,99 €

Dienstag, 10. Juli 2012

Alden Bell - Nach dem Ende


Alden Bell, ein amerikanischer Lehrer versucht sich hier an einem Endzeitszenario.

Hauptfigur in "Nach dem Ende" ist die 15-jährige Temple. 25 Jahre sind auf der Erde vergangen, die nicht mehr dieselbe ist. Menschen leben abgeschottet in Enklaven, draußen lauern Monster, drinnen Brutalität, Gewalt und Ruchlosigkeit. Als Temple in Notwehr einen Mann töten muss, wird sie gezwungen zu fliehen. Gejagt von ihrer Vergangenheit, begibt sie sich auf eine verzweifelte Reise auf der Suche nach Hoffnung und Erlösung.

Ein Buch, dass nicht durch den Horror begeistert, sondern durch seine Charaktere. Temple ist die junge, weibliche Version eines Cowboys, die sich durch die Welt schlägt und auf der Suche nach einem Sinn und vor allem der verbliebenen Schönheit der Welt ist. Umso trauriger die Geschichte, dass Temple im steten Kampf mit Moses einen "seelenverwandten" ruhelosen Sucher gefunden hat. Zwei Charaktere die fast gleich sind, es aber auf einen Kampf bis zum Tod ankommen lassen. Auch von der Länge seiner Geschichte hat Alden Bell genau den richtigen Ton getroffen. Spannend, nachdenklich machend und zeitweise an eines seiner großen Vorbilder, Cormac McCarthy, erinnernd. Wer mich kennt, weiß, dass ich Dystopien und Endzeitszenarien liebe und "Nach dem Ende" ist ein großartiges Beispiel dafür.

9/10

Heyne; 2011; 8,99 €

Mittwoch, 4. Juli 2012

Terry Pratchett - Das Mitternachtskleid


Ein normales Hörbuch hab ich schon lange nicht mehr genossen. Auch ein Buch von Terry Pratchett hat schon lange keinen Einzug mehr in mein Bücherregal gehalten. Zeit dafür den aktuellsten Roman mir mal in der Hörfassung zu Gemüte zu führen.

Tiffany Weh, eine junge Hexe hat es nicht leicht. Die tägliche Hexerei ist ziemlich anstrengend und den lieben langen Tag kann sie leider nicht nur auf ihrem Besen herumsausen. Dennoch gibt Tiffany ihr Bestes, bis etwas uraltes Böses aus einem tiefen Schlaf erwacht. Mit ihrm auch alte Schauergeschichten über böse Hexen. Bald kann sich die Junghexe nicht mehr mit ihrem spitzen Hut auf die Straße wagen. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, beginnt das uralte böse Wesen Jagd auf Tiffany zu machen.

Oh je, hat das lang gedauert. Entweder hatte ich keine Lust und Zeit so lange am Stück zuzuhören oder ich bin einfach nie dazu gekommen. Ich denke nach einem halben Jahr kann ich mich glücklich schätzen endlich damit fertig geworden zu sein. Schlecht ist es nicht, nur Boris Aljinovic nervt ab und an mit seinen Versuchen weibliche Stimmen nachzuahmen. Das klingt einfach absolut schrecklich. Dafür sind die Geschichte und die Figuren von Terry Pratchett einfach perfekt. Es gibt einfach nichts witzigeres in der Fantasy als ihn. Ansonsten kann ich mir jetzt endlich eingestehen, dass Hörbücher einfach nichts für mich sind, bzw. die Spielzeit einfach nicht über ein bis zwei Stunden liegen darf.

6/10

Random House Audio; 2011; 19,99 €; Spielzeit: 318 Min.